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5 September 2010 08:53
 

.: Innovationen am Telefon :.

Owl City - Ocean Eyes
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Neuerscheinung

Owatonna in Minnesota ist ein Kaff das Schlaflosigkeit fördert. Im Falle von Adam Young war das sogar gut, denn so kam er auf die Idee seine Band OWL CITY zu gründen. Nach gerade mal 2 Jahren Bandgeschichte und dem dritten Album frisch in den CD-Regalen, hat er es aber geschafft - er ist No. 1 in den US-Billboard-Charts. Jetzt glaubt aber ja nicht, daß Adam Young R´N`B oder HipHop Musik macht. Mit dem Titel "Fireflies" konnte OWL CITY die Topchartplatzierung knacken und das Album "Ocean Eyes" fand sich in den Albumcharts unter den Top10 wieder.

OWL CITY’s kann das Niveau von niveauvoll lebensbejahender Musik nicht immer halten. Speziell dann nicht, wenn plötzlich Eurodance-Synthpop erklingt. Nicht die einzige Schwachstelle von Adam Young & Co, glücklicherweise überwiegen aber die positiven Aspekte in "Ocean Eyes".

 

Einer dieser Aspekte ist Lebensfreude - diese kann man bereits beim Opener "Cave in" raushören. Synthpop in seiner lebendigsten Form erhält sofort Gehör. Der Beat schiebt sanfttackernd an, sanfte Elektroflächen ziehen neblig wabernd über die Stimme von Adam Young. Rhythmisch taktend wiegt sich der Song freudig in der vocoderverzerrten Stimme, unterdrückt textliche Gefühlsausbrüche jedoch geschickt - um sich das Glücksgefühl für den Refrain aufzusparen.

 

Elektroniklastig blubbern die Soundeffekte bei "Hello Seattle" einer etwas blassen Hommage an diese bedeutungsvolle Stadt, aber keineswegs so peinlich wie das nach Ibiza-Space-klingende "Umbrella Beach". Der Eurodancefaktor mit Drummachinebeats bringt zwar Tanzbarkeit, die erneut effektgestärkte Gesangsstimme beginnt aber störend zu werden. Glücklicherweise besinnt sich Young mit "The Saltwater Room" wieder auf seine Stärken.

 

Mit "Meteor Shower" und "On the wing" zeigen sich OWL CITY wenig experimentierfreudig und präsentieren den gewohnt agilen Synthpop mit hohem Nettigkeitsfaktor. Erst der Charthit "Fireflies" lässt "Ocean Eyes" förmlich explodieren. In einer bonbonbunten, zuckersüßen Konfettiwolke. Ja, "Fireflies" schüttet mehr Endorphine aus, als die drei Schokotafeln, die man neulich aus Frust in fünf Minuten weggeputzt hat. Großen Anteil daran hat, die agilblubbernde Effektverspieltheit - welche einem das Gefühl vermittelt sich in einer Unterwassererlebniswelt aus Sodawasser zu befinden. Harmonisch vereint mit den zickigen Streichern und Adam Youngs geradezu soghaften Sprechgesangseinsatz wähnt man sich schnell in einer Sphäre der Glückseligkeit. Kein Wunder also, daß der, sich perfekt aus seinem Kokon schälende, Refrain für dieses wärmende Gefühl ums Herz sorgt.

OWL CITY schafft es leider nicht mehr diese Perfektion zu wiederholen, auch wenn "Tip of the Iceberg", "Vanilla Twilight" und "Tidal Wave" keineswegs die Freude am Hören trüben. Doch hätte "Vanilla Twilight" sicherlich das stimmigere Outro ergeben, denn "Tidal Wave" wirkt gar konstruiert.

 

"You would not believe your eyes if ten million fireflies..."

Mit eben diesen Worten beginnt "Fireflies" - der Titel welcher den Kauf von "Ocean Eyes" allein rechtfertigt. Auch wenn OWL CITY textlich nicht so tiefgreifend gefühlvoll agieren, revolutionieren Sie das Indietronicagenre doch auf Ihre eigene Art und Weise.

 

*** I`D LIKE TO MAKE MYSELF BELIEVE THAT PLANET EARTH TURNS SLOWLY***


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